/054/ /Daniel Ramirer: China-Kiste
(6) (Das Haus)
wegen der Chinesin - Sun Lin, nicht Fu - war es mit Margarete noch am selben Abend im Bett weitergegangen, mit zunehmender Verbissenheit. Und am Tag danach zwischen Tür und Angel. Und im Auto. Nichts war dabei herausgekommen als immer eine immer grimmigere Verstimmung. Margarete sagte, da beiße er bei ihr auf Granit.
Schelsky hatte sie, nachdem er mit ihr Zeichenmaterialien eingekauft hatten, zum Café Rückel gebracht, wo sie gern saß, wenn er in der Stadt zu tun hatte und sie meinte, sie müsse einmal unter Leute kommen, und war dann zum Versicherungsbüro seines Schwiegervaters gefahren, das sich in der Nähe der italienischen Botschaft im 3. Bezirk in einem Gründerzeithaus neben einer Autorepräsentanz lag. In Konkurrenz zu den blitzblanken Autos hingen in einer eher lieblos gestalteten Auslage einige Plakate mit Slogans, die von ihm stammten. Das erinnerte ihn daran, wie er einmal Margarete gegenüber eine Hilfestellung durch ihren Vater mit den Worten abgelehnt hatte, er würde von ihm keine Geschenke annehmen. Ebenso würde er sich sein Hirn nicht beschmutzen wollen mit dem Gedanken, mit welchem Werbespruch man Konsumenten zum Kauf von Produkten oder Dienstleistungen verlocken sollte.
Der Schwiegervater befand sich in einem eher karg eingerichteten Büro. Am auffälligsten war sein goldgerahmtes Hochzeitsbild über seinem Schreibtisch. Darauf - vor einer Vase mit einem Strauß weißer Rosen - etwas kleiner ein Foto, das ihn mit einer dunklen Brille und entblößtem Oberkörper in einem Boot zeigte; hinter ihm seine Frau und seine eher unglücklich dreinblickende Tochter, damals etwa 14, 15 Jahre alt, in einem knapp sitzenden schwarzen Bikini. Vielleicht war sie mit ihren kurzen Dauerwellen nicht zufrieden. Vielleicht hatte es einen Streit mit den Eltern wegen der Ausgehzeit gegeben. Wahrscheinlich wäre sie lieber allein oder mit einer Freundin herumgestreunt.
wegen der Chinesin - Sun Lin, nicht Fu - war es mit Margarete noch am selben Abend im Bett weitergegangen, mit zunehmender Verbissenheit. Und am Tag danach zwischen Tür und Angel. Und im Auto. Nichts war dabei herausgekommen als immer eine immer grimmigere Verstimmung. Margarete sagte, da beiße er bei ihr auf Granit.
Schelsky hatte sie, nachdem er mit ihr Zeichenmaterialien eingekauft hatten, zum Café Rückel gebracht, wo sie gern saß, wenn er in der Stadt zu tun hatte und sie meinte, sie müsse einmal unter Leute kommen, und war dann zum Versicherungsbüro seines Schwiegervaters gefahren, das sich in der Nähe der italienischen Botschaft im 3. Bezirk in einem Gründerzeithaus neben einer Autorepräsentanz lag. In Konkurrenz zu den blitzblanken Autos hingen in einer eher lieblos gestalteten Auslage einige Plakate mit Slogans, die von ihm stammten. Das erinnerte ihn daran, wie er einmal Margarete gegenüber eine Hilfestellung durch ihren Vater mit den Worten abgelehnt hatte, er würde von ihm keine Geschenke annehmen. Ebenso würde er sich sein Hirn nicht beschmutzen wollen mit dem Gedanken, mit welchem Werbespruch man Konsumenten zum Kauf von Produkten oder Dienstleistungen verlocken sollte.
Der Schwiegervater befand sich in einem eher karg eingerichteten Büro. Am auffälligsten war sein goldgerahmtes Hochzeitsbild über seinem Schreibtisch. Darauf - vor einer Vase mit einem Strauß weißer Rosen - etwas kleiner ein Foto, das ihn mit einer dunklen Brille und entblößtem Oberkörper in einem Boot zeigte; hinter ihm seine Frau und seine eher unglücklich dreinblickende Tochter, damals etwa 14, 15 Jahre alt, in einem knapp sitzenden schwarzen Bikini. Vielleicht war sie mit ihren kurzen Dauerwellen nicht zufrieden. Vielleicht hatte es einen Streit mit den Eltern wegen der Ausgehzeit gegeben. Wahrscheinlich wäre sie lieber allein oder mit einer Freundin herumgestreunt.
Adam Fliege - 1. Apr, 13:01
