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Mittwoch, 4. April 2007

/057/ /Daniel Ramirer: China-Kiste

Schelsky bog nun schon in die Straße ein, die entlang der Alten Donau führte, und verlangsamte das Tempo, da hier ein Limit von 30 km/h galt. Er sagte, er danke ihr von Herzen, sie hätte das alte Auto ja auch verkaufen und ihn damit zwingen können, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen oder zu Fuß zu gehen, wenn sie ihr neues brauchte.

Sie schüttelte den Kopf und fragte, warum er denn so sicher sei, daß sie ihm dieses für seine Zwecke denn überhaupt geliehen hätte. Außerdem habe er ja zugestimmt, daß er ihr für die Benützung des alten Autos jederzeit bei den Kindern helfe und für sie die Unterrichtsmittel besorge.

- Trotzdem eine total saublöde Konstruktion, sagte Schelsky und lachte heiser. Ich bin ja von dir erst recht abhängig und klatsch noch dazu!

Schelsky lenkte das neue Auto in die Garage. Rechts daneben stand unter einem Maulbeerbaum das alte Auto. Es hatte noch die Flecken der reifen Maulbeeren des vergangenen Sommers, die er nicht ganz wegputzen hatte können. Sie erinnerten ihn an dieses gierige Die-Äste-Herunterbiegen-und-die-Maulbeeren-in-den-Mund-Stopfen. Er hatte immer einen dunkelroten Mund und eine dunkelrote Zunge, die er dann gern so beließ, um den Zeichenschulkindern zu animieren, einen Mann mit Maulbeermund und Maulbeerzunge zu zeichnen.

Für die Tochter des Landesbeamten war er so ein gefundenes Fressen. Sie rief ihn: Hr. Maulbär, Hr. Maulbär, und dieser Hr. Maulbär wurde dann in den verschiedensten Positionen auf ihren Blättern festgenagelt, immer auch in Gesellschaft eines ihrer Stofftiere oder ihrer Lieblingspuppe oder mit Onkel Duck oder Goofy.

Sschelsky drehte sich um und blieb vor dem Haus stehen, in dem er mit Margarete nun schon acht Jahre wohnte und das sein Leben so beeinflußt und sich auch so tief in seinen Phantasien festgefressen hatte. Manchmal war es pure Einfallslosigkeit, wenn er sich im Materiellen so verkrallen mußte.

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