/083/ /Daniel Ramirer: China-Kiste
Schelsky blieb in der Tür stehen und sah, wie Robert sein Gesicht unter den kalten Wasserstrahl hielt und sich dann kräftig mit einem Badetuch abrubbelte. Dann spülte er sich mehrmals den Mund aus.
Schelsky fragte ihn, ob er nicht die Sauna anheizen sollte; sie könnten sich, nachdem sie sich seinen Film angesehen hatten, darin entspannen. Robert hatte nichts dagegen.
Sie gingen durch den Haupteingang und dann über die steinerne Treppe ins grüne Zimmer hinauf. Vorher mußte sich Robert noch aus Rücksicht auf Margarete seiner Schuhe entledigen.
Oben gab es in dem altdeutschen Schrank, der von der Großmutter Margaretes stammte, einen alten Videorekorder. In den steckte Robert eine der mitgebrachten Videokassetten hinein. Er hatte im letzten Halbjahr seine Schulkolleginnen und -kollegen aufgesucht und sie zur jetzigen Situation befragt. Nur Schelsky fehlte noch.
Die meisten ehemaligen Mitschüler hatten bereits eine Familie gegründet und Berufe, in denen sie etwas geworden waren. Interessant war, daß sie die Frauen von sich so abgespalten hatten. Kein Verheirateter war auf die Idee gekommen, mit seiner Frau etwas aufzubauen. Ein Richter, ein Arzt, ein Ökologe, ein Theologe, ein Journalist, ein Lehrer. Nur einer war nach Mozambique ausgewandert und wies stolz auf eine Schwarze, die er als seine Lebensgefährtin bezeichnete. Er grinste in die Kamera und trat plötzlich so nah an das Objektiv heran, daß man sah, wie von seiner Nasenspitze Hautfetzchen wegstanden. Er hatte sich an eine Straßenkreuzung gestellt und pries mit glänzenden hellblauen Augen die Schönheit des Schwarzen Kontinents und deren Bewohnerinnen. Er endete mit dem Satz: Vergeßt bitte nicht - Eva stammt aus Afrika!
Schelsky fragte ihn, ob er nicht die Sauna anheizen sollte; sie könnten sich, nachdem sie sich seinen Film angesehen hatten, darin entspannen. Robert hatte nichts dagegen.
Sie gingen durch den Haupteingang und dann über die steinerne Treppe ins grüne Zimmer hinauf. Vorher mußte sich Robert noch aus Rücksicht auf Margarete seiner Schuhe entledigen.
Oben gab es in dem altdeutschen Schrank, der von der Großmutter Margaretes stammte, einen alten Videorekorder. In den steckte Robert eine der mitgebrachten Videokassetten hinein. Er hatte im letzten Halbjahr seine Schulkolleginnen und -kollegen aufgesucht und sie zur jetzigen Situation befragt. Nur Schelsky fehlte noch.
Die meisten ehemaligen Mitschüler hatten bereits eine Familie gegründet und Berufe, in denen sie etwas geworden waren. Interessant war, daß sie die Frauen von sich so abgespalten hatten. Kein Verheirateter war auf die Idee gekommen, mit seiner Frau etwas aufzubauen. Ein Richter, ein Arzt, ein Ökologe, ein Theologe, ein Journalist, ein Lehrer. Nur einer war nach Mozambique ausgewandert und wies stolz auf eine Schwarze, die er als seine Lebensgefährtin bezeichnete. Er grinste in die Kamera und trat plötzlich so nah an das Objektiv heran, daß man sah, wie von seiner Nasenspitze Hautfetzchen wegstanden. Er hatte sich an eine Straßenkreuzung gestellt und pries mit glänzenden hellblauen Augen die Schönheit des Schwarzen Kontinents und deren Bewohnerinnen. Er endete mit dem Satz: Vergeßt bitte nicht - Eva stammt aus Afrika!
Adam Fliege - 1. Mai, 10:12
