/087/ /Daniel Ramirer: China-Kiste
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Frau Katzer meldete sich nach einigen Tagen von selbst bei ihm. Ihre Stimme klang diesmal fest. Daher hätte man nicht vermutet, sie würde einer Frau gehören, die sich ihrer Wirkung völlig unsicher war und sich so mädchen- bzw. matronenhaft kleiden mußte wie sie.
Schelsky erhoffte sich von der Bekanntschaft mit ihr einige Vorteile. Sie sollte ihn mit Lehrpersonen des Instituts bekanntmachen; und im Fall einer völligen Geldnot könnte er mit ihrer Hilfe - unter Berufung auf seine Lehrtätigkeit an der Berlitz School als Student - einige Stunden im Sprachinstitut bekommen.
Sicher eignete sich Katzer auch als Vorbild für eine Ärztin in einem Film. Er kannte nur Ärztinnen vom Typ unscheinbar, verhärmt und fern der Sonne; oft waren sie verborgene Mütter. So war sie vielleicht eine Parallelerscheinung zum Leidensmann, dem Onkel der Putzfrau, der auf eine solch elende Weise in einem Spital zugrunde gegangen war.
Sie einigten sich rasch auf einen Spaziergang durch die Lobau, die Schelsky von seinen früheren Spaziergängen wie seine Hosentasche kannte, sie angeblich auch, wegen ihres lufthungrigen vierjährigen Sohns. Dem habe sie schon ziemliche Höchstleistungen abverlangt, was die Dauer der Rundgangs und die Essenszurückhaltung betraf, wie sie ihm schon am Telefon verriet.
Frau Katzer trug eine Patchwork-Bluse und eine viel zu weite, graue Hose. Darin schaute sie eher wie ein Clown aus als ein verführerischer Engel, der von seinem Sitz am Hochzeitsaltar - als eine mit einem Österreicher unglücklich verheiratete Slowakin - zu ihm herunterstieg, um ihn so auf den rechten Weg zu leiten.
Frau Katzer meldete sich nach einigen Tagen von selbst bei ihm. Ihre Stimme klang diesmal fest. Daher hätte man nicht vermutet, sie würde einer Frau gehören, die sich ihrer Wirkung völlig unsicher war und sich so mädchen- bzw. matronenhaft kleiden mußte wie sie.
Schelsky erhoffte sich von der Bekanntschaft mit ihr einige Vorteile. Sie sollte ihn mit Lehrpersonen des Instituts bekanntmachen; und im Fall einer völligen Geldnot könnte er mit ihrer Hilfe - unter Berufung auf seine Lehrtätigkeit an der Berlitz School als Student - einige Stunden im Sprachinstitut bekommen.
Sicher eignete sich Katzer auch als Vorbild für eine Ärztin in einem Film. Er kannte nur Ärztinnen vom Typ unscheinbar, verhärmt und fern der Sonne; oft waren sie verborgene Mütter. So war sie vielleicht eine Parallelerscheinung zum Leidensmann, dem Onkel der Putzfrau, der auf eine solch elende Weise in einem Spital zugrunde gegangen war.
Sie einigten sich rasch auf einen Spaziergang durch die Lobau, die Schelsky von seinen früheren Spaziergängen wie seine Hosentasche kannte, sie angeblich auch, wegen ihres lufthungrigen vierjährigen Sohns. Dem habe sie schon ziemliche Höchstleistungen abverlangt, was die Dauer der Rundgangs und die Essenszurückhaltung betraf, wie sie ihm schon am Telefon verriet.
Frau Katzer trug eine Patchwork-Bluse und eine viel zu weite, graue Hose. Darin schaute sie eher wie ein Clown aus als ein verführerischer Engel, der von seinem Sitz am Hochzeitsaltar - als eine mit einem Österreicher unglücklich verheiratete Slowakin - zu ihm herunterstieg, um ihn so auf den rechten Weg zu leiten.
Adam Fliege - 5. Mai, 07:00
